Die Jugendburg während der nationalsozialistischen Herrschaft

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahre 1933 endete die freie Arbeit aller Jugendverbände und -bünde, auch die der kirchlichen Jugendarbeit und deren Bildungseinrichtungen. Das NS-Regime duldete keine unabhängige Bildungsarbeit, sondern ordnete alles den politisch-ideologischen Zielen der NSDAP unter, um seinen Totalitätsanspruch und sein Herrschaftssystem durchzusetzen.

Große Teile der Evangelischen Kirche, wie die „Deutschen Christen“, passten sich dieser Entwicklung teils mit Begeisterung teils unter mehr oder weniger Zwang an. Dem widerstand die „Bekennende Kirche“, die sich 1934 mit der ersten Barmer Bekenntnissynode gründete. In der „Barmer Theologischen Erklärung“ verwarf sie die Gleichschaltungspolitik des NS-Regimes sowie die Verfälschung der christlichen Lehre durch die völkisch rassistische Ideologie des Nationalsozialismus. Die „Christdeutsche Jugend“ schloss sich mehrheitlich der „Bekennenden Kirche“ an, die unter manchen Risiken eigene Strukturen aufbaute und mit geistlichem Leben füllte.

Bald wurde die Arbeit der „Christdeutschen Jugend“ auf der Jugendburg vom Staat untersagt. Es konnten zwar noch Kurse und Bildungsangebote stattfinden, allerdings nur noch zu den Themen Glaubenslehre und Bibel zur innerkirchlichen Fortbildung. Hohensolms wird in dieser Zeit zur Zufluchts- und Bildungsstätte der „Bekennenden Kirche“. Ein bedeutsamer Schwerpunkt wurde die Pfarrerfortbildung, ergänzt durch „Laienschulungswochen“ für Gemeindeglieder. Nach dem Verbot der Bildungsangebote im Jahre 1939 diente die Burg vorwiegend als Erholungsheim für Einzelne und Gruppen.