Burgen im Mittelalter

Burgen waren befestigte Orte zur Sicherung der Bewohner und ihres Besitzes gegen mögliche Angreifer. Sie dienten auch als Herrschaftssitz und zur Repräsentation. In der Ebene wurden sie mit Gräben, auf Anhöhen mit starken Mauern und Bergfried errichtet. Feste Tore mit Fallgittern und eine Zugbrücke sollten Feinde abhalten. Angreifer verwendeten Rammböcke, Leitern, Steinschleudern und Brandsätze zur Eroberung der Burg. Nach langer Belagerung mussten die Verteidiger oft durch Hunger und Wassermangel aufgeben.

Für die Bewohner war eine Burg recht sicher, jedoch auch mühsam und unbequem. Es gab kein fließendes Wasser, keinen elektrischen Strom und keine Heizung. Die Mauern waren dick, die Fenster klein und undicht, die Wände und Böden kalt und feucht. Rußige Fackeln, Kienspäne und Kerzen gelegentlich auch Öllämpchen dienten zur dürftigen Beleuchtung. Das Wasser musste aus dem meist sehr tiefen Brunnen heraufgezogen oder aus einer Zisterne geschöpft und auf die Zimmer getragen werden. Die Toiletten waren wie kleine Erker in die Außenmauern eingebaut, ihre Öffnung führte nach unten in den Burggraben. Spärlich die Möbel: einfache Tische, Bänke und Stühle, Betten mit Stroh, Truhen für die Kleider, seltener Schränke. Nur bedeutende und reiche Fürsten konnten sich mehr Bequemlichkeit leisten: es gab Glasfenster, Wandbehänge, Teppiche und Kamine nicht nur im Rittersaal oder im Kemenatenbau.

Mit dem Verfall des Rittertums und dem Aufkommen der Feuerwaffen endete schließlich das Zeitalter des Burgenbaus. Schlösser lösten die Burgen als repräsentative Herrschaftssitze ab.